Drei Dialoge

Drei Dialoge

Fantastische Mikroerzählungen

 

1.Dialog 

     „Weißt du, was ich meine? Was ich darüber denke? Oh, du weißt das! Du weißt das so genau wie niemand!“

     „Ja, ich weiß das schon. Aber… so ist das Leben. Sogar unter den Galaxien gibt es Kannibalismus! Und ich brauche die schwereren Elemente“.

     Aus einem kurzen Gespräch – zehn Millionen Jahre hat es gedauert – zwischen dem Stern WASP-12 und seinem Planet WASP-12b. Der Planet wurde von seinem Stern verschluckt.

 

Dienstag, 25. Mai 2010

 

2. Dialog 

     „Wieso!? Wieso bist du aufgetaucht!? Bis zu dem Zeitpunkt, als die Menschen dich entdeckten, war ich ein großer Planet! Der Neunte.

     Der Pluto!

     So stolz war ich darauf!! Und jetzt!? Wer bin ich jetzt? Nur ein Zwerg! Der Zwergplanet Pluto, so wie du, Sedna!“

     „Nicht nur „wie ich“! – es gibt doch Eris, Makemake, Haumea, Quaoar und noch viele andere… Und die Eris, übrigens, ist sogar 10 Prozent größer als du! Sieh es doch positiv! – StatteinerFamilie, die nur aus neun Planeten besteht, hast du jetzt unvergleichlich mehrVerwandte: die Plutoiden. Nach deinem Name wurde unsere Familie also benannt – obwohl du nicht der Größte von uns bist! Und obwohl wir die „Zwerge“ sind, sind wir doch auch schon Planeten! – keine Asteroiden oder gar Meteoriten. Ja, und übrigens…

     Wer ist das – „die Menschen“?

 

Dienstag, 27. November 2012

 

3. Dialog 

     „Grüß Gott! Darf ich mich mit Ihnen ein bisschen unterhalten?“

     „Hallo, Grüß´ Sie! Ja, natürlich. Gern!“

     „Ich hab´ gehört, dass Sie sehr gute Geografiekenntnisse haben, vor allem, was Meereshöhen betrifft“.

     „Na ja, man könnte es so sagen, ich weiß ein bisschen was…“ 

     „Dann sagen Sie bitte, wo genau wir uns befinden? Auf welcher Meereshöhe?“

     „Na ja, das ist eine Gebirgsgebiet… Etwa auf 1500 Meter. Warum?“

     „Sehen Sie, ich bin nicht nur Journalist, sondern auch Amateurastronom, und ich suche ungewöhnliche Plätze für meine astronomischen Beobachtungen. Während der Freizeit, meine ich…“

     „Haben Sie noch Freizeit???“

     „Na ja, zwischen den Versuchen, die Welt zu retten…“

     „Sehr witzig! Zum ersten Mal treffe ich hier einen Amateurastronomen… Interessant…“

     „Na, warum denn? Das Wetter hier ist sehr günstig für die Astronomie. Wolkenlos, trocken.“

     „Na ja, weil hier fast keine Atmosphäre ist und die Sandstürme sehr gewaltig sind. Außerdem gibt es hier keine Meere – nur mittlere Höhen. Ohne Raumanzug rauszuspazieren würde ich Ihnen, mein Freund, nicht empfehlen. Wir sind doch auf dem Mars!“

     „Danke für Ihre Empfehlungen. Ich werde sie mir merken. Und jetzt muss ich los, bevor die Terroristen meine Abwesenheit bemerket. Es war sehr nett, mit Ihnen zu plaudern. Schönen Tag noch!“

     „Auf Wiedersehen! Und liebe Grüße an die Terroristen!“

 

Montag, 3. Oktober 2011

Share on Facebook0Tweet about this on Twitter0Email this to someoneShare on Google+0

Das könnte dich auch interessieren …

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close